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Geschichte + Wappen

Geschichte der Gemeinde Tettenweis Wappen Tettenweis

Das Wappen von Tettenweis 

Die Beschreibung des Wappens lautet:

„In Silber ein dreimal von Schwarz und Rot gespaltener Zickzackbalken, beseitet oben von zwei blauen heraldischen Rosen, unten von einer liegenden schwarzen Hirschstange.“

Der Inhalt des Hoheitszeichens ist wie folgt begründet:

Das Gemeindewappen vereinigt Bilder aus den Wappen der verschiedenen Inhaber von Hofmark und Schloss Tettenweis, da das heutige Gemeindegebiet mit der ehemaligen Hofmark fast identisch ist.

Die Familie Schachner, die von 1515 bis 1630 im Besitz von Tettenweis war, führte im Wappen den gespaltenen Zickzackbalken, wie ihn das Gemeindewappen zeigt.

Die Adlzreiter, die den Schachnern im Besitz folgten, führten einen mit Rosen belegten Schrägbalken, aus dem die beiden Rosen in das Gemeindewappen übernommen wurden.

Die Freiherrn von Joner, die von 1733 bis 1870 Inhaber des Schlosses waren, führten als Stammwappen im geteilten Schild eine Hirschstange und einen Sparren; aus diesem Wappen stammt die Hirschstange im neuen Gemeindewappen.

Geschichte

Woher stammt der Name Tettenweis?

Entstehung und Frühgeschichte von Tettenweis liegen vollkommen im Dunkeln. Erstmals wird der Ort Tettenweis im Jahre 1182 auf einer Urkunde als „tetinvis“ (= Flecken oder Dorf des Teto oder Tato) bezeichnet. Neue Siedlungen wurden damals nach dem Gründer benannt. In den Traditionen des Hochstifts Passau (v. M. Heuwieser) erscheint um 790 ein Tato, der als Gründer von Tettenweis in Frage kommen kann. Die Silbe „weis“ vom Ortsnamen Tettenweis kommt vom althochdeutschen „wihs“, das hieß „Dorf“. Durch die neuhochdeutsche Lautverschiebung wurde „wihs“ oder „wis“ zu „weis“. Das Neuhochdeutsche rechnet man etwa ab 1500 und tatsächlich wurde der Name Tettenweis um 1400 noch mit „i“ (Tetenwis) geschrieben.

tetenwis = Dorf des Tato oder Teto

tetenham = Heim des Tato oder Teto

Die Sage von Tettenweis

Nach einer angeblichen Sage soll Tettenweis früher Totenwiese und Tettenham Totenheim geheißen haben. Manche Forscher wollen diese Namensdeutung auf die Ungarneinfälle („Hungern“ 899 – 955) zurückführen. Im Jahre 909 n. Chr. besiegte Herzog Arnulf die „Hungern“ auf der Königswiese bei Pocking. Es besteht durchaus die Möglichkeit, dass sich auch Kämpfe bis in unsere Gegend hinzogen. Zu Beginn der 30er- Jahre wurden sowohl in Reutern als auch in Tettenweis Drainagearbeiten durchgeführt. Dabei sollen kleine Hufeisen und sogar Schwerter und Teile von Rüstungen gefunden worden sein.

Die Hofmark Tettenweis

Das Pfarrdorf Tettenweis war ehedem eine geschlossene Hofmark mit einem Schlösschen, das von einem Weiher umgeben war. Es war herzogliches Lehen. Hofmark = zu einem Landhof (=meist adeliger Sitz) gehörende Grundstücke, Häuser ….., deren Bebauung und Nutznießung gegen gewisse Abgaben und Zinsen als vererbliches (und nicht zurücknehmbares) Recht an den Besitzer des Landhofes (Hofmark) übergegangen ist.

Die ersten bekannten Hofmarksherren

Die Hofmark Tettenweis lässt sich erst seit dem beginnenden 15. Jahrhundert als solche belegen. Ihr erster quellenmäßig greifbarer Inhaber war zu Beginn des 15. Jahrhunderts Peter Poppenberger. Die Erbschaft Poppenberger trat 1494 eine Interessengemeinschaft an, zu der Hans Fronheimer, Peter Geinpeck, Georg Turner und dessen Brüder gehörten. In einem Reversbrief vom 05.07.1506 wird Georg Turner als Hofmarksherr von Tettenweis genannt.

Weitere Hofmarksherren:

Die Grambs- und Mayrhoferschen Anrechte: bis 1574

Die Schachner: 1574 – 1649

Die Adlzreiter: 1651 – 1680

Die Waempel: 1680 – 1732

Die Joner: 1732 – 1872

Das alte Schloss wurde um 1870 abgebrochen und an dessen Stelle 1879 das Gasthaus Lindlbauer errichtet, das mittlerweile wiederum bereits durch einen Neubau ersetzt ist. Das neue Schloss wurde am Ortsrand von Tettenweis im Jahre 1797 von Graf Franz Xaver Peter von Joner erbaut. Dieses Schloss wurde 1899 vom Kloster Frauenchiemsee erworben und noch im gleichen Jahr von Benediktiner-Ordensschwestern bezogen. Bereits kurze Zeit später erfolgte der Ausbau zur Benediktinerinnenabtei St. Gertrud, die bis in die Gegenwart besteht.

Die Gemeinde brachte im Laufe seiner Geschichte eine Reihe namhafter Persönlichkeiten wie den Fürstbischof zu Passau, Christoph von Schachner, und die beiden Künstler Franz von Stuck und Ludwig Kirschner hervor.

Die heutige Gemeinde Tettenweis ist eine typische Landgemeinde und wurde im Jahre 1970 aus den Gemeinden Tettenweis, Oberschwärzenbach und Poigham gebildet. Nach darauffolgender 12- jähriger Zugehörigkeit zur Verwaltungsgemeinschaft Bad Griesbach im Rottal ist Tettenweis seit 01.01.1990 wieder eine selbständige Gemeinde mit einer Gesamtfläche von ca. 28,7 Quadratkilometer und rund 1.700 Einwohner.

Kloster St . Gertrud

Benediktinerinnen-Abtei St. Gertrud
Hauptstraße 2, 94167 Tettenweis
Telefon: 08534/9709-123
Telefax: 08534/9709-100 eMail: abtei@sankt-gertrud.de
Internet: www.sankt-gertrud.de

Die Benediktinerinnenabtei St. Gertrud Kloster Tettenweis

Die Benediktinerinnenabtei St. Gertrud ist eine klösterliche Gemeinschaft, die nach der Regel des Hl. Benedikt ein Leben in Gebet und Arbeit führt.

Die Gründung erfolgte mit Erwerb des neuen Schlosses der Grafen von Joner im Jahre 1899. Bereits im Februar 1902 wurde mit dem Bau des eigentlichen Klosters nach dem Muster von St. Gabriel in Prag begonnen und im Juli 1903 konnten die neuen Gebäude bezogen werden.

Am 19. Dezember 1924 erhob Papst Pius XI das vormalige Priorat zur Abtei. Die Abteikirche konnte nach 3-jähriger Bauzeit Mitte Oktober 1949 feierlich geweiht werden. Zur Zeit beherbergt das Kloster über 16 Ordensschwestern, und ist Träger des örtlichen Kindergartens mit integrierter Kinderkrippe.

Das 1994 in unmittelbarer Nachbarschaft neuerrichtete Gästehaus „Maria Rast“ mit 22 Einzel- und 3 Doppelzimmern ist ganzjährig geöffnet für Einzelgäste, Ehepaare und Familien, die Erholung und Stille suchen. Ambulante Badekuren im nahen Bäderdreieck Bad Füssing, Bad Griesbach und Bad Birnbach sind mit eigenem PKW möglich.

In den von Schwestern geleiteten Kursen werden Frauen und Mädchen eingeladen für eine Woche („Kurze Rast“) oder ein Wochenende den von Liturgie und Chorgebet geprägten Tagesablauf mitzuerleben. Vorträge, praktischer Umgang mit der Hl. Schrift, Meditation und Zeiten der Stille, sowie Gespräch und Begegnung unter den Teilnehmerinnen kennzeichnen diese Tage. Ein entsprechendes Jahresprogramm kann angefordert werden.

Es besteht auch die Möglichkeit eines au pair-Aufenthalts bei Mitarbeit von ca. 4 Stunden am Tag in einigen klösterlichen Arbeitsbereichen (Garten, Hausarbeit).

Anfragen bitte schriftlich an:

Benediktinerinnen-Abtei St. Gertrud
Hauptstraße 2
94167 Tettenweis
(Telefax: 08534/9709 100)
abtei@sankt-gertrud.de

Die Kirche von Tettenweis Pfarrkirche St. Martin

Pfarrkirche St. Martin

Jedem, den sein Weg nach Tettenweis führt, wird sicher zu allererst die Pfarrkirche St. Martin ins Auge stechen. Mit ihrem schmucken Turm ist sie nicht nur ein einzigartiges Glanzstück, sondern auch der beherrschende Mittelpunkt des Ortes. Wer die Martinskirche betritt, wird überrascht sein von der einzigartigen Architektur, die sich hier bietet.

Das Langhaus
ist ein stattlicher spätgotischer Gewölbebau aus dem Jahre 1472 (Jahreszahl über dem Chorbogen) und bestand ursprünglich aus einer Halle mit 4,5 Jochen, die 1886 um 3 Joche erweitert wurde. Besonders interessant ist, dass die gesamte Anlage im Wechsel der Joche teils zwei- und teils dreischiffig wirkt, je nach der Stellung bzw. Zahl der das Gewölbe tragenden Pfeiler. Aus dieser Struktur ergibt sich dann auch das herrliche Palmengewölbe, das zunächst von den Pfeilern her fächerförmig aufsteigt, um schließlich mit seinen eleganten Rippen in ein sternförmiges Netz überzugehen, wobei das gemalte Rankenwerk darüber hinaus besonders belebend wirkt.

Das Presbyterium
stammt, wie die Jahreszahl über dem mittleren Chorfenster zeigt, aus dem Jahr 1531 und ist in seinem Gewölbe ebenfalls mit gemaltem Rankenwerk verziert.

Die Kanzel
stammt aus der Zeit um 1760 und ist mit ihrem verspielten Muschelwerk und ihren ausdrucksvollen Figuren ein glänzendes Zeugnis des Rokoko.

Die ehemalige Jonerkapelle
1790 ließ Franz X. Peter von Joner an der Stelle der heutigen Sakristei eine Kapelle anbauen, die dem Hl. Johannes Nepomuk geweiht war und die Jonersche Kapelle genannt wurde. Sie war eine dreijochige Rechteckanlage, in der Flachtonne mit Stichkappen und Gurtbögen gewölbt. Wie die verschiedenen Grabdenkmäler bewiesen, diente die Kapelle lange Zeit als Grabstätte der Joner.